Bei der Eigenverbrauchsregel wird versucht, den erzeugten Solarstrom an Ort und Stelle zur Zeit der Erzeugung (Zeitgleich!) zu verbrauchen, was die Netzbelastung minimiert und deshalb indirekt besser vergütet wird.
Die Sache ist allerdings nicht ganz einfach zu durchschauen.
Grundsätzlich speist die Photovoltaikanlage direkt ins Hausnetz ein.
Der gesamte von der PV (Photovoltaik-) Anlage erzeugte Strom wird aber mit einem geeichten Stromzähler gemessen.
Der Strom, der vom Stromversorger bezogen werden muß, und der Strom der zum Stromversorger geliefert wird, wird heutzutage mit einem modernen elektronischen "Zweirichtungs-Stromzähler" gemessen.
Dieser hat zwei Zählwerke, eins für Bezug und eins für Lieferung.

Produziert die PV Anlage gleich viel Strom wie im Haus verbraucht wird, dann erspart man sich die sonst üblichen Stromkosten und erhält zusätzlich pro kWh 8,05 cent.
Produziert die PV Anlage weniger Strom als im Haus verbraucht wird, bezieht man den fehlenden Strom vom Stromversorger und bezahlt den üblichen Tarif dafür.
Produziert die PV Anlage mehr Strom als im Haus verbraucht wird, dann wird der zuviel produzierte Strom direkt ins öffentliche Netz eingespeist und man erhält dafür dann die übliche Netzeinspeisevergütung (von 24,43 cent/kWh bei Inbetriebnahme im Jahre 2012).
Der Fluß des Stromes muß dabei nicht extra geregelt werden. Das funktioniert automatisch ohne zusätzliche Geräte oder Einrichtungen.

Die ganze Sache hat allerdings einen kleinen Haken. Meist liegen Stromverbrauch und Stromerzeugung nicht zeitlich beieinander. Ist man zum Beispiel im Sommer für zwei Wochen im Urlaub, dann wird das meiste des erzeugten Stromes direkt eingespeist.
Grundsätzlich kann man folgende Regeln ansetzen:
Je kleiner die Photovoltaikanlage und je größer der Stromverbrauch im Haushalt umso größer ist auch der Eigenanteil des verbrauchten Stromes.
Je größer die Photovoltaikanlage und je kleiner der Stromverbrauch im Haushalt, umso geringer ist der Eigenanteil des verbrauchten Stromes.
Zusätzlich ist die Höhe des selbstverbrauchten Stromes abhängig von Dauerverbrauchern (Grundlast des Hauses) und von den Gewohnheiten der Bewohner.

Man kann manuell eingreifen und den Eigenverbrauch erhöhen, indem man versucht, den Stromverbrauch soweit möglich in die Zeit der Erzeugung zu legen.
Oder man kann dies auch einer Automatik überlassen (Automatische Zuschaltung von Verbrauchern, Zwischenspeicherung des erzeugten Solarstromes bis zum Eigenbedarf usw.)

Obwohl durch dieses relativ unübersichtliche System eine übliche Kredittilgung nicht mehr ganz so einfach über die ausbezahlte Einspeisevergütung erfolgen kann ist die Eigenverbrauchsregelung trotzdem schon sehr lukrativ.
Das liegt ganz einfach daran, das hiermit Stromkosten eingespaart werden können, und da Strom tendenziell immer teurer werden wird (erneute Strompreiserhöhung zum 1.1.11) lohnt sich eine Anlage nach Eigenverbrauchsregelung immer mehr.